Heute gibt es in der Legebatterie seit langem mal wieder ein warmes Mahl.
Diesmal mußte der Nachbarstrauß Fridolin dran glauben, der herhalten musste, um mir und meinem Kollegen eine deftige Brotzeit zu bescheren.
Hier nun der Rezeptvorschlag, wie man einen (bereits filetierten) Strauß optimal und obendrein köstlich zubereitet:
- Man gehe zu einem bekannten Lebensmitteldiscounter und besorge sich 4 Stücken frisch geschlachtete Straußenfilets à 4,99/ Packung
- Dazu eine Portion amerikanischen Reis und Buttergemüse aus deutschen Landen
ihr seht, wir legen viel Wert auf internationale Küche
- Den Reis und das Tiefkühlgemüse auf herkömmliche Art und Weise zubereiten
- der Chefkoch empfiehlt für den Geschmack zum Gemüse eine ordentliche Portion Butter
- Fett in einer 26cm-Pfanne erhitzen und anschließend die Sträuße hinzugeben
- dabei empfiehlt es sich - aus Gründen der Anonymität - dem Strauß nicht in die Augen zu blicken. Ebenso ist das Beisein Minderjähriger zu unterlassen, die Tränen würden den einzigartigen Geschmack verderben.
- Den saftigen Braten etwa 20 min braten lassen - ab und an mit einer handelsüblichen Grillzange wenden
- Anschließend das Ganze wohldekoriert auf einen Teller servieren und sich Werkzeug beschaffen, die den ganzen Brei häppchenweise in die dafür vorgesehene Region des Kopfes schiebt.
So, das war auch schon die Schnellanleitung für einen köstlichen Strauß - Bilder werden in Kürze folgen. Natürlich darf dazu auch etwas getrunken werden. Truthuhn Gudrun empfiehlt kalten Gerstensaft oder einen Schuß Wodka-Ahoi...
An dieser Stelle noch einmal einen Gruß an meinen Betreuer und dem Verantwortlichen für Geflügel, Salber Quack. Werter Herr, wenn es ihnen beliebt, auch mal so ein köstliches Mahl zubereitet zu bekommen, dann melden Sie sich unter der Chiffre 26731 hier unter den Kommentaren.
Update: Und so sah es dann im Endeffekt aus.
Tag, LeidensgenossInnen der menschlichen Fleischeslüste.
Wollte mich kurz vorstellen und hoffen, dass mich mein Züchter noch
lange leben läßt und ich Euch weiter aus meinem tristen Leben in der
Legebatterie (ja, auch Truthühner vegetieren in Legebatterien)
berichten kann.
Da der Bauer ziemlich fortschrittlich ist und sich um das Wohl seiner
Truthühner sorgt, hat er uns einen Access Point in Lager errichtet, so
dass ich jetzt mit meinen Freundinnen kostenlos per WLAN surfen kann.
Nur leider schauen die Zicken mir andauernd über die Schulter (meine
Freundinnen Bärbel, Aphrodite und Nicole wohnen hier mit mir zusammen),
so dass ich hier nicht so ganz intime Details ausplaudern kann.
Aber ich werde warten, bis die Damen wieder ihren Bridge-Abend haben und dann gibt's wieder was von mir zu lesen.
Bis dahin ein fröhliches Kikeriki
das Truthuhn Gudrun
Mit Bestürzen musste ich feststellen, dass die Hühner in Sachsen völlig verrückt geworden sind. Durch unlautere Umstände wurde heute in einem Gasthof im Freistaat der Verdacht auf Vogelgrippe laut - tausende meiner ArtgenossInnen mussten dem Erdboden gleich gemacht werden und kamen auf mehr oder weniger qualvolle Weise um.
Von daher bitte ich Euch um eine Schweigeminute wegen meinen Artgenossen.
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Danke.
und mit tiefstem Mitgefühl
die Gudrun